Die Geschichte der Pfarrei

Die geschichtlichen Nachrichten über die Pfarrei sind sehr sparsam. Die darauf bezüglichen Akten sind wohl zum Teil in den Kriegswirren der Vergangenheit, besonders bei dem Verwüstungsfeldzug des Schwedenkönigs Gustav Adolf im 30-jährigen Krieg durch die hiesige Gegend, verloren gegangen.

Die Pfarrbücher beginnen erst im Jahr 1651 mit einigen Notizen. Ursprünglich war Mainflingen der Pfarrei Seligenstadt „adjungiret“(1)und die hiesigen Bewohner mussten an Sonn- und Feiertagen in Seligenstadt den Gottesdienst besuchen. Das dortige Benediktinerkloster beherrschte die ganze Umgegend und es ging von dieser Pflanzstätte der Religion reicher Segen aus auf die umliegenden Ortschaften.

Bei zunehmenden Bevölkerungszahlen hat ein Geistlicher von Seligenstadt die Seelsorge dann hier versehen. Es kann nicht mit Gewißheit gesagt werden, wann Mainflingen Pfarrechte erhielt; aller Wahrscheinlichkeit nach sind die Grafen von Hanau, welche als Belehnte der Herrschaft zu Babenhausen den Zehnten in hiesiger Gemarkung erhielten, die Fundatoren der Pfarrei, da sie lange Zeit das Präsentationsrecht ausübten, nachweislich bis 1716. In diesem Jahre trat der Graf von Hanau durch eine Übereinkunft dieses Recht gegen ein Äquivalent(2) ab an den Erzbischof von Mainz, von welchem bis 1780 die Pfarrer ernannt und instituiert wurden.

Damals schloß der Erzbischof mit dem Landgrafen von Hessen-Darmstadt einen Rezeß(3) ab, kraft dessen nun die Landgrafen von Hessen  die Pfarrer für die hiesige Gemeinde präsen-tierten, während die Bestätigungen und Ernennungsurkunden von der bischöflichen Behörde vollzogen wurden.

Anmerkung: Nach einer Urkunde vom 30. Januar 1445 (Staatsarchiv zu Darmstadt) wurde an Stelle des verstorbenen Pfarrers Johannes Wilhelm der Priester Johann von Wasen, Sohn des verstorbenen Edelknechtes Konrad von Wasen, den Richtern der Kirche zu Aschaffenburg zur Pfarrkirche von Mainflingen präsentiert.
Ferner besagt eine Urkunde vom 26. Januar 1513, dass an Stelle des freiwillig zurückgetretenen Pfarrers Bernhard Oleatoris der von dem Präsentator Heinrich von Wasen vorgeschlagene Priester der Diözese Mainz, Georg Selzer, für die hiesige Pfarrei eingesetzt wurde.